Rezept

Okonomiyaki

お好み焼き

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  • 10 Min Vorbereitung
  • 30 Min Zubereitung
  • 4 Portionen

Ein japanisches Kohl-Pfannkuchen-Gericht mit Ei, das sich mühelos proteinreicher machen lässt: einfach geschmacksneutrales Proteinpulver in den Teig rühren. Genau das Richtige nach einem langen Lauf oder einer langen Radtour, wenn der Körper sowohl Kohlenhydrate als auch Eiweiß braucht.

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Warum dieses Rezept bei mir bleibt

Zu Okonomiyaki bin ich über Umwege gekommen. Ich hab Japanisch gelernt, und darüber bin ich auf das Gericht gestoßen. Beim ersten Mal Kochen dachte ich sofort: das ist gut, aber wie können wir das noch tunen, damit es besser in eine Sport-Ernährung passt. Seitdem ist Okonomiyaki bei mir kein Zufallsgericht mehr, sondern ein festes Ritual, ein- bis zweimal im Monat, manchmal öfter, meistens am Wochenende, wenn ich von einem Long Run oder einer langen Radtour komme und mir nach echtem Soul Food ist. Nichts schmeckt in dem Moment krasser danach.

Hierzulande kennt kaum jemand Okonomiyaki wirklich, auch wenn es gerade als Trend etwas bekannter wird. Wenn ich es jemandem zum ersten Mal serviere, sind die Leute fast immer überwältigt, wie lecker das ist. Mir geht's ehrlich gesagt selbst jedes Mal so, ich mache es zum x-ten Mal und denke trotzdem wieder, das kann doch gar nicht sein, dass das so gut schmeckt.

Der Name kommt aus dem Osaka der späten 1930er-Jahre und heißt so viel wie "wie du magst", weil im Prinzip jedes Gemüse reindarf, quasi eine japanische Pizza. Shrimps, Oktopus oder Tintenfisch, Bacon, Wurst oder Käse, Möhren, Sellerie oder Kürbis, Pilze wie Shiitake, Maitake oder Shimeji, Kräuter wie Shiso, Basilikum oder Thymian, im Prinzip alles, was gerade im Kühlschrank ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es noch populärer, als günstige Alternative zu Reis. Die Version hier folgt dem Osaka-Stil: alle Zutaten werden vor dem Braten im Teig vermischt, statt wie in Hiroshima Schicht für Schicht aufgebaut.

Beim wiederholten Kochen hab ich gemerkt, wie flexibel das Rezept eigentlich ist. Das Verhältnis von Kohl zu Teig lässt sich verschieben, je nachdem, ob ich mehr oder weniger Kohlenhydrate will. Fast jedes Gemüse passt rein, meistens das, was gerade übrig ist. Und ein geschmacksneutrales Proteinpulver verschwindet komplett im Teig, ich schmeck's hinterher nicht raus, aber es bringt genau das Extra an Eiweiß, das ich nach einem harten Training will. Am Ende ist Okonomiyaki für mich ein kompletter Allrounder: schmeckt nach purem Soul Food, liefert aber trotzdem genug Eiweiß und Kohlenhydrate, um am nächsten Morgen wieder ins Training zu starten.

Warum das Rezept funktioniert

  • Flexible Carb-Protein-Balance: das Verhältnis von Teig zu Kohl lässt sich anpassen, und geschmacksneutrales Proteinpulver kann direkt in den Teig, ohne den Geschmack zu verändern.
  • Resteverwertung mit Mehrwert: fast jedes Gemüse passt in den Teig, das reduziert Reste und bringt über den Kohl zusätzlich Ballaststoffe rein.
  • Schmeckt nicht nach "gesundem Essen": trotz der anpassbaren Makros bleibt es, was es ist, ein herzhaftes, saucen-getränktes Soul-Food-Gericht.

Zutaten

Ergibt ca. 4 Okonomiyaki, serviert 2 Personen als Hauptgericht (2 Stück pro Person) oder 4 als kleinere Portion.

Okonomiyaki-Teig

  • 200 g Mehl
  • 150 ml Wasser oder Dashi-Brühe (ca.)
  • 3 Stück Eier (2–3 Stück)
  • ¼ Kopf Weißkohl (fein gehackt)
  • 1 Portion geschmacksneutrales Proteinpulver (optional)

Okonomiyaki-Sauce

  • 4 EL Austernsauce
  • 3 EL Zucker
  • 8 EL Tomatenketchup
  • 7 EL Worcestershiresauce

Topping

  • Mayonnaise (idealerweise Kewpie-Mayonnaise)
  • Ketjap Manis (dickflüssig)
  • Frühlingszwiebel (fein gehackt)
  • Sesam
  • Bonito-Flakes (Standard-Topping)
  • weitere Toppings nach Belieben (optional, z. B. Spiegelei, Bacon, Shrimps, gebratenes Gemüse)

Zubereitung

  1. 01

    Sauce anrühren

    Austernsauce, Zucker, Tomatenketchup und Worcestershiresauce in einer kleinen Schüssel glattrühren. Beiseitestellen.

  2. 02

    Kohl vorbereiten

    Weißkohl sehr fein hacken.

  3. 03

    Teig mischen

    Mehl, Eier und einen Teil des Wassers (oder der Dashi-Brühe) glattrühren.

  4. 04

    Kohl unterheben

    Gehackten Kohl unter den Teig heben. Optional: geschmacksneutrales Proteinpulver mit einrühren.

  5. 05

    Konsistenz einstellen

    Restliches Wasser nach und nach zugeben, bis der Teig dickflüssig ist, er soll sich in der Pfanne noch formen lassen, aber nicht flüssig auseinanderlaufen.

  6. 06

    Topping vorbereiten

    Frühlingszwiebel fein hacken, weitere gewünschte Toppings vorbereiten.

  7. 07

    Ofen und Pfanne vorheizen

    Backofen auf 50–60 °C vorheizen (zum Warmhalten). Pfanne erhitzen, Öl hineingeben.

  8. 08

    Okonomiyaki formen

    1–2 Löffel Teig in die Pfanne geben, zu einem kompakten Päckchen formen, 2–3 cm dick, nicht dicker, sonst gart die Mitte nicht durch.

  9. 09

    Erste Seite braten

    Bei Bedarf einen Topfdeckel über die Pfanne legen, bis die Oberseite sichtbar stockt. Erst dann wenden, sonst bricht das Okonomiyaki auseinander.

  10. 10

    Zweite Seite braten

    Wenden und braten, bis beide Seiten goldbraun sind.

  11. 11

    Mit Sauce bestreichen

    Fertiges Okonomiyaki aus der Pfanne nehmen, sofort die Oberseite komplett mit der Sauce bestreichen.

  12. 12

    Warmhalten und wiederholen

    Auf einem Teller in den Ofen stellen. Nächstes Okonomiyaki zubereiten, mit Sauce bestreichen, auf das vorherige im Ofen stapeln. Wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist.

  13. 13

    Anrichten

    Mayonnaise und Ketjap Manis in dünnen Linien im Zickzack über das Okonomiyaki ziehen.

  14. 14

    Garnieren

    Mit Frühlingszwiebel, Sesam und optional Bonito-Flakes bestreuen. Sofort servieren.

Tipps, Aufbewahrung & Varianten

Verhältnis Kohl zu Teig
Mehr Kohl, weniger Teig ergibt kompaktere, carbärmere Okonomiyaki. Mehr Teig, weniger Kohl ergibt mehr Kohlenhydrate und ein weicheres Ergebnis. Beides funktioniert, es ist Geschmackssache.
Gemüse-Varianten
Zucchini, Paprika, Frühlingszwiebel, Möhren und Auberginen haben sich bewährt, im Prinzip passt jedes Gemüse, das gerade übrig ist.
Extra Protein
Ein geschmacksneutrales Proteinpulver lässt sich direkt in den Teig rühren, es verändert den Geschmack nicht merklich.
Topping-Varianten
Neben dem Standard-Set (Mayo, Ketjap Manis, Frühlingszwiebel, Sesam, Bonito-Flakes) passen Spiegelei, Bacon, Shrimps oder anderes gebratenes Gemüse.
Vegetarische und vegane Variante
Für eine vegetarische Version die Austernsauce durch eine vegetarische Alternative auf Pilzbasis ersetzen und die Bonito-Flakes weglassen. Vegan wird es, wenn zusätzlich die Eier durch veganen Ei-Ersatz ersetzt werden (Menge nach Herstellerangabe) und eine vegane Mayonnaise zum Einsatz kommt.
Ohne Dashi
Dashi-Brühe im Teig ist kein Muss, Gemüsebrühe oder normales Wasser funktionieren genauso gut.
Der Wende-Trick
Damit das Okonomiyaki beim Wenden nicht auseinanderbricht, mit einem Topfdeckel abdecken, bis die Oberseite sichtbar stockt, erst dann wenden.
Auf dem Grill
Funktioniert genauso gut auf einer Plancha auf dem Grill statt in der Pfanne.
Storage
Im Kühlschrank 1–2 Tage haltbar. Zum Aufwärmen eignen sich Ofen, Pfanne, Mikrowelle oder Airfryer, am liebsten Airfryer mit Crisp-Funktion.

Häufige Fragen

Kann man Okonomiyaki ohne Dashi-Brühe machen?

Ja. Gemüsebrühe oder normales Wasser funktionieren genauso gut im Teig, trotz vieler Rezepte, die Dashi als unverzichtbar darstellen.

Kann man Okonomiyaki proteinreicher machen?

Ja, ein geschmacksneutrales Proteinpulver lässt sich direkt in den Teig rühren, ohne dass man es später herausschmeckt.

Welches Gemüse passt in Okonomiyaki?

Fast alles. Zucchini, Paprika, Frühlingszwiebel, Möhren und Auberginen funktionieren gut, im Prinzip eignet sich jedes Gemüse, das gerade da ist, zusätzlich zum Kohl.

Warum bricht mein Okonomiyaki beim Wenden auseinander?

Meistens, weil zu früh gewendet wird. Mit einem Topfdeckel abdecken und warten, bis die Oberseite sichtbar gestockt ist, erst dann wenden.

Was ist der Unterschied zwischen Osaka- und Hiroshima-Style Okonomiyaki?

Beim Osaka-Style, dem hier verwendeten, werden alle Zutaten vor dem Braten im Teig vermischt. Beim Hiroshima-Style werden die Schichten (Kohl, Sprossen, Fleisch, Teig, Ei, Nudeln) einzeln aufgebaut statt vermischt.

Ist Okonomiyaki vegetarisch?

Die Version hier nicht ganz: In der Okonomiyaki-Sauce steckt Austernsauce, und Bonito-Flakes sind getrockneter Fisch. Für eine vegetarische Variante die Austernsauce durch eine vegetarische Alternative auf Pilzbasis ersetzen und die Bonito-Flakes weglassen, sie sind ohnehin als optionales Topping gedacht. Fleisch-Toppings wie Bacon oder Shrimps kommen nur dazu, wenn man sie bewusst ergänzt. Für eine vegane Variante zusätzlich die Eier durch veganen Ei-Ersatz ersetzen und statt Mayonnaise eine vegane Mayonnaise nehmen.

Wie viele Okonomiyaki ergibt dieses Rezept?

Etwa 4 Okonomiyaki, das reicht für 2 Personen als Hauptgericht (2 Stück pro Person) oder für 4 kleinere Portionen.

Kann man Okonomiyaki auf dem Grill machen?

Ja, eine Plancha oder ein Grill funktionieren genauso gut wie eine Pfanne.